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Mittelbayrische Zeitung
Nichts für harmoniesüchtige Warmduscher
Nun sind die im ersten Teil dargebrachten Lieder nach Bert Brecht aus dem „Hollywooder Liederbuch“ nicht gerade etwas für harmoniesüchtige, musikalische Warmduscher. Sie sind, ebenso wenig wie Rihms Goethe-Arbeiten, kaum dazu angetan, einen Winter-Sonntag zu verschönern. Sie fanden aber einen intensiven Zugang zum kundigen Publikum. Es bedarf also zweier souveräner Künstler, diese atonale Text- und Musikstruktur glaubhaft rüberzubringen. Die Fachpresse bescheinigt etwa Wolfgang Holzmair eine sensible, kultivierte Liedgestaltung. Am Sonntag konnte sich dazu das Publikum über seine sängerischen Qualitäten, eine enorme Flexibilität und Geschmeidigkeit in der Tonbildung freuen. Was gerade bei dieser manchmal harschen Literatur vonnöten ist. Dazu kommt seine klare Stimmführung, der eher leichte, aber vollständige Bariton verfügt über eine bemerkenswerte Höhe, über eine vorbildliche Artikulation.
(cjr) in der Mittelbayrischen Zeitung über ein Eisler-Rihm-Schubert-Konzert in Blaibach mit Siegfried Mauser am Klavier
2017-02-25
Drehpunkt Kultur
Mit dem 2012 entstandenen „Liederzyklus nach Texten von Ilija Jovanovic“, gewohnt textdeutlich ausgestaltet und technisch souverän gesungen vom Leiter der Internationalen Sommerakademie Mozarteum, dem Bariton Wolfgang Holzmair, war im Porträtkonzert auch ein eindrückliches Beispiel aus dem Liedschaffen Friedrich Cerhas vertreten. […] Wolfgang Holzmair leuchtet diese facettenreichen Lieder mit seiner Gestaltungskraft zusätzlich aus, macht aber nicht nur Ernst, sondern lässt auch die Ironie aufleuchten: ‚EI IHR JAHRE, was habt ihr aus mir gemacht? Gestern konnte ich noch Polka tanzen den Goliath mit meiner Schleuder töten und mit dem Bogen einen Pfeil durch die Ösen aller Äxte schießen. Jetzt schaffe ich es nicht einmal den Faden durch das Nadelöhr zu ziehen.‘
Heidemarie Klabacher in Drehpunkt Kultur über das Cerha-Portraitkonzert in Salzburg
2017-03-07
Drehpunkt Kultur
Wolfgang Holzmair sang die 24 Lieder mit der ihm eigenen stupenden Gestaltungskunst, deren Kraft darin zu liegen scheint, dass da scheinbar gar nichts ‚gestaltet‘ oder ‚gemacht‘, sondern ‚einfach‘ gesungen wird. So und nicht anders wünscht man sich diese Lieder zu hören: expressiv, aber nicht exaltiert; mit größtem Verständnis für emotionale Ausnahmesituationen, aber ohne Sentimentalität. Wolfgang Holzmairs Liedkunst begeistert durch Textverständnis und die daraus folgende Textdeutlichkeit bis hinein in dramatische rasche Passagen; durch jene technische Geläufigkeit, die musikalische Linien mit größter Leichtigkeit über ganze Liedstrophen und weite Intervallsprünge über alle Register zu spannen erlaubt – und jenes unverwechselbare Timbre, das vor allem in tieferen Lagen immer noch ein wenig schmelzender und tragfähiger zu werden scheint.
Heidemarie Klabacher in DrehPunktKultur über die „Winterreise“ in Salzburg mit Wolfgang Brunner am Hammerflügel
2017-01-30